Fazit und Empfehlung Kognitive Interviews:
Die Ergebnisse zu Frage 4 zeigen, dass die Befragten den gewünschten zukünftigen Status ihres Kindes überwiegend im intendierten Sinne als Ausdruck elterlicher Statusaspirationen verstanden. Dabei lassen sich zwei konsistente Antwortlogiken unterscheiden. Manche Testpersonen formulierten eine (absolute) Wunschvorstellung, die über dem eigenen aktuellen Status lag, andere eine statusbezogene Mindestzufriedenheit, die sich am eigenen Statusniveau orientierte.
Die Befragten berücksichtigten in ihren Antworten primär Aspekte der finanziellen Sicherheit und der Bildung. In Einzelfällen wurden jedoch auch allgemeinere Vorstellungen von Lebenszufriedenheit einbezogen. Um den statusbezogenen Bezugsrahmen der Frage deutlicher zu machen, könnte eine Überarbeitung der Frage analog zu Frage 2 in Erwägung gezogen werden, zum Beispiel durch die Nennung zentraler Statusdimensionen. Da die Frage in der Haupterhebung allerdings unmittelbar im Anschluss an Frage 2 gestellt wird, ist es auch möglich, dass der Bezugsrahmen bereits hinreichend klar ist, sodass die Frage unverändert beibehalten werden könnte.
Informationen zur Frage und Ziel der Testung (Kognitive Interviews):
Frage 4 erfasst den zukünftigen Status, den sich die Befragten für ihr Kind im Alter von 35 Jahren wünschen. Die kognitiven Interviews sollten Informationen dazu liefern, wie die Testpersonen beim Beantworten der Frage vorgehen und an welche Aspekte des sozialen Status sie dabei denken.
Befund Kognitive Interviews:
Alle Testpersonen beantworteten Frage 4 und wählten dabei ausschließlich Werte in der oberen Hälfte der Antwortskala aus (Skalenpunkte 6 bis 10, vgl. Tabelle 9). Der Mittelwert der Antworten belief sich auf M = 8.1 (SD = 1.3), der Median auf Md = 8.
Wie gehen die Testpersonen beim Beantworten der Frage vor?
In den Antworten auf Frage 4 ließen sich zwei grundlegende Antwortlogiken unterscheiden. Die Befragten drückten mit ihrer Antwort entweder eine (absolute) Wunschvorstellung aus oder gaben eine statusbezogene Mindestzufriedenheit an.
Die Mehrheit der Testpersonen (n = 15) wählte bei Frage 4 ausnahmslos eine höhere Stufe als bei Frage 2 und formulierte damit eine Wunschvorstellung für ihre Kinder. Diese wurde entweder durch die Wahl des Maximalwerts 10 oder durch die Angabe eines über dem eigenen Status liegenden Wertes ausgedrückt.
Eine zweite Gruppe von Testpersonen gab hingegen ihre statusbezogene Mindestzufriedenheit an. Diese Testpersonen wählten bei Frage 4 entweder denselben Skalenwert wie bei Frage 2 (n = 8) oder einen niedrigeren (n = 1) und machten damit deutlich, welchen sozialen Status sie für ihre Kinder mindestens als akzeptabel erachten. In ihren Erläuterungen betonten sie, dass es ihnen vor allem darum gehe, dass ihr Kind die eigene soziale Stellung zumindest halten könne beziehungsweise welcher Mindeststatus für sie akzeptabel wäre.
Welche Aspekte berücksichtigen die Testpersonen in ihren Antworten?
Die Testpersonen wurden gebeten, näher zu beschreiben, wie das Leben ihres Kindes auf der von ihnen ausgewählten Stufe aussehen würde. Alle Befragten erwähnten Aspekte der finanziellen Sicherheit, wie z. B. ein angemessenes Einkommen, einen sicheren Beruf oder Wohneigentum zu haben.
Etwas mehr als ein Drittel der Testpersonen (n = 10) bezog in ihren Antworten neben der finanziellen Situation auch Bildungsaspekte mit ein.
Einige Testpersonen (n = 3) gingen in ihren Antworten auch auf Aspekte ein, die nur bedingt mit dem erfragten Konstrukt in Zusammenhang stehen, wie z. B. die allgemeine Lebenszufriedenheit.