Fazit und Empfehlung Web Probing 2:
Die Ergebnisse zeigen, dass beide Frageversionen insgesamt gut funktionieren. Die Befragten nutzten nahezu die gesamte Skalenbreite, mit Häufungen bei den Werten 6 und 7. Berichtete Schwierigkeiten bezogen sich in Version 1 vor allem auf die Abwägung mehrerer vorgegebener Statusdimensionen, während in Version 2 eher die fehlende inhaltliche Konkretisierung problematisiert wurden. Unabhängig von der Frageversion wurde die Frage im intendierten Sinne verstanden: Die Mehrheit der Befragten orientierte sich bei ihrer Einordnung an klassischen Statusmerkmalen wie Einkommen, Bildung und Beruf.
Für die Haupterhebung empfehlen wir dennoch, die Frageversion mit expliziter Nennung zentraler Statusdimensionen (Version 1) zu verwenden, da sie den Befragten eine klarere Orientierung bietet und die Vergleichbarkeit der Antworten erhöht.
Informationen zur Frage und Ziel der Testung (Web Probing 2):
Die Testpersonen wurden zufällig einer von zwei Frageversionen zugeteilt, die sich in der Formulierung des Fragetextes unterschieden. In Version 1 der Frage wurden zentrale Statusdimensionen (Ein-kommen bzw. Vermögen, Bildung und berufliche Stellung) explizit als Beispiele genannt, wodurch bestimmte Kriterien für die Selbsteinordnung hervorgehoben wurden. Version 2 verzichtete auf diese Konkretisierung und beschrieb die Einordnung allgemeiner, sodass die Befragten ihre Bewertung ohne inhaltliche Vorgaben vornehmen konnten.
Im Rahmen des kognitiven Online-Pretests sollte ermittelt werden, ob die Testpersonen Schwierigkeiten haben, die beiden Frageversionen zu beantworten und an welche Aspekte sie beim Beantworten der Frage denken.
Befund Web Probing 2:
Zwei Testpersonen ließen die Frage in Version 2 unbeantwortet. Die übrigen Befragten nutzten zur Beantwortung der Frage nahezu die gesamte Skalenbreite, wobei sie in beiden Frageversionen am häufigsten die Skalenpunkte 7 und 6 auswählten (vgl. Tabelle 7). Personen, die Version 2 der Frage erhielten, ordneten sich im Durchschnitt etwas höher auf der Skala ein als Personen, die Version 1 erhielten (vgl. Tabelle 8). Der Mittelwertsunterschied war statistisch signifikant (t(435) = -2.54, p = .011).
Haben die Testpersonen Schwierigkeiten, die Frage zu beantworten?
Insgesamt berichteten 21,4 % der Testpersonen, dass ihnen die Beantwortung von Frage 3 „eher schwer“ (19,5 %) oder „sehr schwer“ (1,8 %) gefallen sei. Hierbei zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Frageversionen (X2(3, N = 435) = 3.73, p = .293). Als Hauptgründe für die wahrgenommene Schwierigkeit nannten die Befragten vor allem:
Wie gehen die Testpersonen beim Beantworten der Frage vor?
In beiden Versionen der Frage gab der Großteil der Befragten an, bei der Beantworten vor allem an klassische Statusmerkmale wie Einkommen, Bildung und Beruf gedacht zu haben (V1: 87,9 %; V2: 85,7 %):
Nur vereinzelt wurden in beiden Frageversionen Aspekte jenseits dieser klassischen Merkmale genannt, wie z. B. soziales Kapital oder gesundheitliche Aspekte: