Fazit und Empfehlung Web Probing 1:
Frage 1 wurde von fast allen Testpersonen beantwortet und die Antwortskala dabei differenziert genutzt. Bezüglich der Aspekte, die von den Befragten bei ihrer Einordnung auf der Skala herangezogen wurden, zeigte sich folgendes: Zum einen gaben die Befragten an, in der Regel an mehrere, inhaltlich unterschiedliche Aspekte bei der Einordnung gedacht zu haben. Dies wird auch in den oben angeführten Zitaten deutlich. Insgesamt domminierten Nennungen von finanziellen Aspekten. Zudem variierte die Reihenfolge, in der die Aspekte genannt wurden, was eine unterschiedliche Schwerpunktsetzung der Befragten vermuten lässt.
Zum anderen hat die Testung gezeigt, dass die Aspekte, auf deren Basis eine Einordnung vorgenommen wird, eine große Varianz aufweisen. Problematisch ist dabei insbesondere, dass ein nicht unerheblicher Teil der Befragten (n = 64) bei der Beantwortung von Frage 1 entweder Aspekte nannte, die nur bedingt mit dem Konstrukt „sozialer Status“ in Verbindung stehen, oder deren Antwort nicht zur Frage passte. Wir empfehlen daher, diese Frage erneut mit Hilfe kognitiver Interviews zu testen, um genauer zu erfassen, in welchem Zusammenhang die genannten Aspekte mit dem Konstrukt stehen, oder in welchem Verhältnis diese zueinander verstanden werden.
Informationen zur Frage und Ziel der Testung (Web Probing 1):
Frage 1 erfasst den eigenen subjektiven Status der Befragten. Im Rahmen des ersten kognitiven Online-Pretests sollte ermittelt werden, an welche Aspekte die Testpersonen beim Beantworten der Frage denken und woran sie ihre Entscheidung festmachen. Die kognitive Nachfrage wurde etwa der Hälfte der Befragten (n = 209) gestellt.
Befund Web Probing 1:
Eine Testperson ließ Frage 1 unbeantwortet. Die übrigen Befragten nutzten zur Beantwortung der Frage die gesamte Skalenbreite, wobei sie am häufigsten die Skalenpunkte 7 (26,7 %) und 6 (25,4 %) auswählten (vgl. Tabelle 5). Der Großteil der Befragten (77,1 %) ordnete sich auf einer Stufe in der oberen Hälfte der Leiter (Skalenpunkte 6 bis 10) ein. Der Mittelwert der Antworten belief sich auf M = 6.5 (SD = 1.5), der Median auf Md = 7.0.
Wie gehen die Testpersonen beim Beantworten der Frage vor?
Nach der Beantwortung von Frage 1 erhielten die Testpersonen eine Nachfrage dazu, wie sie beim Beantworten der Frage vorgegangen waren, bzw. woran sie bei der Beantwortung der Frage gedacht haben und welche Aspekte für die Einordnung auf der Skala für sie dabei wichtig waren. Zwei Testpersonen gaben an, die Frage nicht verstanden zu haben. Darüber hinaus gab es einen beträchtlichen Anteil (n = 32) an Testpersonen, deren Antworten nicht zur Frage passten, oder nicht eindeutig interpretierbar waren (z.B. „Work-Life-Balance, Stress am Arbeitsplatz, Familie und Beruf vereinbaren.“, TP190; „Zufriedenheit.“, TP 602)
Von den verwertbaren Antworten gaben knapp ein Drittel der Testpersonen (29,5 %) an, an mindestens zwei Aspekte gedacht zu haben, 15,7 % nannten drei und 4,3 % der Befragten nannten vier unterschiedliche Aspekte.
Die genannten Aspekte lassen sich in drei inhaltliche Kategorien gruppieren: Über zwei Drittel der Testpersonen (70,1 %) gaben an, bei der Beantwortung der Frage an finanzielle Aspekte, wie Einkommen, Beruf, Besitz, aber auch Konsummöglichkeiten oder die Wohnsituation gedacht zu haben.
Von 13,8 % der Befragten wurden Bildungsaspekte wie ihr Bildungsstand oder ihre persönlichen Fähigkeiten benannt, die bei der Beantwortung von Frage 1 eine Rolle spielten.
Weitere 12,6 % der Befragten gaben bei ihren Antworten (auch) Aspekte an, die nur bedingt mit dem erfragten Konstrukt in Zusammenhang stehen. Hier wurde beispielsweise der persönliche Gesundheitszustand, die soziale Einbindung in familiäre Strukturen oder andere soziale Beziehungen genannt.