Sie haben angegeben, dass Sie keinen Kontakt zu einer Person haben, die Ihnen nahesteht oder -stand. Wie ist es dazu gekommen?
Falls es mehrere Personen gibt, die Ihnen nahestehen oder -standen, zu denen Sie heute keinen Kontakt mehr haben, beantworten Sie die Frage bitte für eine dieser Personen.
Fazit und Empfehlung:
Die Ergebnisse des Pretests zeigen, dass die Frage grundsätzlich gut funktioniert und die vorhandenen Antwortoptionen von der Mehrheit der Befragten als passend wahrgenommen werden. Die Befunde weisen lediglich auf geringfügiges Verbesserungspotenzial hinsichtlich der inhaltlichen Abdeckung einzelner Sonderfälle hin. Vor diesem Hintergrund empfehlen wir, die bestehenden Antwortoptionen um eine zusätzliche Kategorie „Der Kontakt wurde durch eine dritte Person unterbunden oder abgebrochen“ zu ergänzen.
Auf die Aufnahme der Antwortoption „Die Person ist verstorben“ kann hingegen verzichtet werden, da dieser Aspekt im Erhebungsinstrument bereits an anderer Stelle durch eine vorgelagerte Frage erfasst wird.
Die im Pretest vereinzelt berichteten Probleme hinsichtlich der Referenzperson sowie der Wunsch nach Mehrfachantworten sind zu vernachlässigen. In der tatsächlichen Befragung wird die Frageführung so gestaltet, dass die Befragten direkt zur Frage geleitet werden, nachdem sie eine konkrete Person benannt haben, zu der kein Kontakt mehr besteht. Durch diese vorgelagerte Filterführung ist die Referenz eindeutig festgelegt, sodass entsprechende Verständnisprobleme nicht zu erwarten sind.
Informationen zur Frage und Ziel der Testung:
Die Frage wurde nur diejenigen Befragten gestellt, die zuvor angegeben hatten, dass es eine oder mehrere Personen in ihrer Familie oder ihrem Bekanntenkreis gibt, zu denen sie heute keinen Kontakt mehr haben.
Im Rahmen des kognitiven Online-Pretests sollte ermittelt werden, ob die Antwortoptionen von die relevanten Formen des Kontaktabbruchs vollständig abdecken oder ob Ergänzungen erforderlich sind. Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob Testpersonen, die die Antwortoption „Der Kontakt ist ohne bewusste Entscheidung abgebrochen“ gewählt haben, die Formulierung „abgebrochen“ als unangemessen wahrgenommen haben und welche alternativen Formulierungen gegebenenfalls bevorzugt werden.
Befund:
Die Frage wurde von allen Testpersonen, die zuvor einen Kontaktabbruch angegeben hatten, beantwortet. Die ersten drei Antwortoptionen wurden etwa gleich häufig gewählt („Ich habe den Kontakt abgebrochen“ 25 %; „Die andere Person hat den Kontakt abgebrochen“ 20 %; „Wir beide haben den Kontakt abgebrochen“ 22 %). Die vierte Antwortoption „Der Kontakt ist ohne bewusste Entscheidung abgebrochen“ wurde mit 33 % am häufigsten ausgewählt.
Fehlt den Testpersonen eine Antwortoption bei der Beantwortung der Frage?
Auf die Nachfrage (N1_F2), ob Antwortoptionen bei der Frage fehlen oder ob die angebotenen Antwortoptionen passend seien, bewertete die überwiegende Mehrheit der Testpersonen (90 %) die vorhandenen Optionen als passend. 10 % äußerten, dass ihnen eine Antwortoption gefehlt habe.
Von diesen nannten 17 % zusätzliche Szenarien, die einen Kontaktabbruch zufolge haben können.
§ „Es fehlt die Option verstorben.“ (TP314)
§ „Der Kontakt wurde durch den neuen Lebensgefährten abgebrochen.“ (TP102)
Gut ein Drittel (36 %) der Nennungen bezog sich hingegen auf Gründe für den Kontaktabbruch und keine zusätzlichen Antwortoptionen für die Frage, z. B. Streit, unterschiedliche Lebensstile oder Umzug.
§ „Es gab einen Streit.“ (TP562)
§ „Wir haben uns für verschiedene Lebensstile entschieden, die nicht zueinander passten.“ (TP540)
§ „Der Kontakt ist durch Umzug abgebrochen.“ (TP350)
Weitere 14 % berichteten Verständnisprobleme bei der Beantwortung, insbesondere hinsichtlich der Referenzperson. Da in der vorherigen Filterfrage mehrere Personen genannt werden konnten, war den Testpersonen unklar, auf welche Person sich die Frage beziehen soll, was teilweise den Wunsch nach Mehrfachnennungen auslöste:
§ „Es ist unklar auf welche Person man sich beziehen soll, da in der Frage davor auch mehrere Personen ausgewählt werden konnten.“ (TP64)
§ „Verschiedene [Antwortoptionen], da ich vorher angegeben habe, dass es mehrere solcher Personen gibt.“ (TP245)
§ „Dass man mehrere [Antworten] auswählen kann, hat gefehlt.“ (TP551)
28 % der genannten „fehlenden“ Optionen bezogen sich auf Inhalte, die bereits durch bestehende Kategorien abgedeckt sind oder sich eindeutig zuordnen lassen (z. B. „Der Kontakt ist schleichend ausgelaufen“ → F2: Antwortoption 4 „Der Kontakt ist ohne bewusste Entscheidung abgebrochen.“).
§ „Der Kontakt ist schleichend ausgelaufen.“ (TP238) “ à F2: Antwortoption 4 „Der Kontakt ist ohne bewusste Entscheidung abgebrochen.“
§ „Der Kontakt ist ausgeschlichen.“ (TP390) à F2: Antwortoption 4 „Der Kontakt ist ohne bewusste Entscheidung abgebrochen.“
§ „Die andere hat den Kontakt abgebrochen, der Kontakt war vorher aber schon so gut wie gar nicht mehr vorhanden.“ (TP888) à F2: Antwortoption 2 „Die andere Person hat den Kontakt abgebrochen.“
§ „Ich wurde verlassen von einem Elternteil“ (TP911) à F2: Antwortoption 2 „Die andere Person hat den Kontakt abgebrochen.“
Empfinden die Testpersonen die Formulierung „abgebrochen“ als störend? Welche Formulierung wird als passender empfunden?
Auf die Nachfrage (N2_F2) zur Formulierung „abgebrochen“ bewerteten 54 % diese als passend, während 46 % eine alternative Formulierung bevorzugen würden. Unter den vorgeschlagenen Alternativen wurde „eingeschlafen“ mit Abstand am häufigsten genannt (67 % der Nennungen). Weitere Vorschläge waren:
§ „beendet“ / „eingestellt“ (7 %)
§ „verloren“ / „verlaufen“ / „aus den Augen verloren“ (13 %)
§ „auseinandergelebt“ / „auseinandergegangen“ (11 %)