Pretest-Datenbank

Projektname: The Role of Economic Preferences for Preventive Health Behavior: The Case of Skin Cancer Screening

  1. Allgemeine Informationen: Vorgelegt wurde eine visuelle Analogskala von 0 bis 100.
  2. Fragetext: Angenommen Sie könnten durch eine einmalige Hautkrebsvorsorgeuntersuchung diese Woche das Risiko verringern, in einem Jahr an Hautkrebs zu erkranken.
    Um wieviel Prozent müsste sich das Hautkrebsrisiko in einem Jahr mindestens verringern, damit Sie noch in dieser Woche eine Hautkrebsvorsorge durchführen lassen?
  3. Instruktionen: (Bitte markieren Sie den Prozentwert auf der Linie unten.)
  4. Antwortkategorien:

    0% - 100% (visuelle Analogskala)


    1. Empfehlungen: Frage:
      Wir empfehlen, in der Fragestellung zu erwähnen, ob die Hautkrebsvorsorge kostenfrei oder gebührenpflichtig ist, da dies, laut der Aussage einiger Testpersonen (TP 05, 09), die Beantwortung der Frage beeinflusst.

      Zudem sollte einleitend der Sinn einer Vorsorgeuntersuchung noch einmal genannt werden, damit die Testpersonen weder schlussfolgern, dass sie bereits erkrankt sein müssen noch dass sich das Hautkrebsrisiko generell nicht verringern lasse:

      Bei einer Hautkrebsvorsorgeuntersuchung geht es darum, Hautkrebs möglichst früh festzustellen. Frühzeitig erkannt, ist er heilbar. Angenommen Sie könnten durch eine einmalige, kostenlose Hautkrebsvorsorgeuntersuchung diese Woche das Risiko verringern, in einem Jahr unheilbar an Hautkrebs zu erkranken.

      Um wieviel Prozent müsste sich das Hautkrebsrisiko in einem Jahr mindestens verringern, damit Sie noch in dieser Woche eine Hautkrebsvorsorge durchführen lassen?
      (Bitte markieren Sie den Prozentwert auf der Linie unten.)

      Antwortformat:
      Die Beantwortung der Frage könnte darüber hinaus durch die Verwendung eines alternativen Antwortformats erleichtert werden. Statt nach genauen Prozentangaben zu fragen, wäre es auch möglich, allgemeiner nach dem Grad der Verringerung des Hautkrebsrisikos zu fragen. Bei Verwendung des alternativen Antwortformats müsste die Frage geringfügig umformuliert werden:

      Bei einer Hautkrebsvorsorgeuntersuchung geht es darum, Hautkrebs möglichst früh festzustellen. Frühzeitig erkannt, ist er heilbar. Angenommen Sie könnten durch eine einmalige, kostenlose Hautkrebsvorsorgeuntersuchung diese Woche das Risiko verringern, in einem Jahr unheilbar an Hautkrebs zu erkranken.

      Wie stark müsste sich Ihr Risiko in einem Jahr an unheilbarem Hautkrebs zu erkranken verringern, damit Sie noch in dieser Woche eine Hautkrebsvorsorge durchführen lassen würden?

      Mein Risiko an unheilbarem Hautkrebs zu erkranken müsste sich durch die Vorsorgeuntersuchung…

      sehr stark verringern
      stark verringern
      mäßig verringern
      wenig verringern
      zumindest minimal verringern
      ________________________
      Ich würde generell keine Hautkrebsvorsorge durchführen lassen
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: General Probing, Specific Probing
  2. Befund zur Frage: Alle fünf Befragten können diese Frage beantworten und angeben, um wieviel Prozent sich das Hautkrebsrisiko in einem Jahr mindestens verringern müsste, damit sie noch in dieser Woche eine Hautkrebsvorsorge durchführen lassen. Die Angaben variieren zwischen den Werten 1 % und 100 %.

    Alle fünf Testpersonen haben zunächst einige Schwierigkeiten bei der Beantwortung der Frage. Testperson 01 lehnt die Annahme, dass sich das Hautkrebsrisiko generell verringern lasse, grundsätzlich ab: „Das ist aber unrealistisch. Entweder ich habe ihn oder ich habe ihn nicht.“ (TP 01)

    Testperson 03 findet die Frage allgemein zu abstrakt, weil sie zunächst davon ausgeht, dass man zur Beantwortung der Frage bereits an Hautkrebs erkrankt gewesen sein muss: „Ich habe ja noch gar keinen Hautkrebs gehabt, deshalb ist das jetzt schwierig für mich gewesen. Aber ist doch klar, dass man die Untersuchungen macht. Deswegen habe ich 30 angekreuzt.“ (TP 03)

    Testperson 05 äußert (wie bereits TP 01) Bedenken bezüglich der Wirksamkeit einer Hautkrebsvorsorge und weist darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit, eine Untersuchung durchführen zu lassen auch von den Kosten abhinge: „Bei 30 % würde ich schon denken, ok, dann würde ich das mal glauben und gehe diese Woche noch hin und überlege mir das und versuche das untersuchen zu lassen. Wenn die nächste Frage ist wie viel es kostet, wird es auch wieder anders.“ (TP 05)

    Testperson 07 berücksichtigt bei der Beantwortung der Frage nicht, um wie viel Prozent sich das Hautkrebsrisiko in einem Jahr im Falle einer Vorsorgeuntersuchung verringern würde, sondern bezieht die Frage auf den eigenen Gesundheitszustand und die prozentuale Sicherheit, in diesem und im nächsten Jahr nicht an Hautkrebs zu erkranken. Die Testperson ändert ihre ursprüngliche Angabe von 75 % auf 90 %: „Wenn ich da war bei der Vorsorge und denke ein Jahr weiter. Und jetzt war der Test negativ. Und dann hoffe ich doch, dass in einem Jahr wieder nichts ist. Der Mensch denkt ja immer ‚da ist nichts‘. Es gibt ja das Sprichwort zu 99,99 %. So ist jetzt mein Denken in der Frage.“ (TP 07). Sie geht zudem davon aus, dass es nie eine hundertprozentige Sicherheit gibt, ob man nicht doch an Hautkrebs erkranken kann oder bereits erkrankt ist. Testperson 07 versteht diese Frage demnach zu allgemein und nicht speziell bezogen auf die Verringerung des Hautkrebsrisikos in einem Jahr durch eine Vorsorgeuntersuchung noch in dieser Woche.

    Testperson 09 äußert Schwierigkeiten sich auf eine genaue Prozentzahl festzulegen und schlägt vor, eine Skala mit den Kategorien „starke, mittlere und eher geringe Reduktion des Risikos“ vorzugeben: „Um wieviel Prozent, das ist zu abstrakt. Da kann ich jetzt eine Zahl ankreuzen, aber im Prinzip, was ich dabei mache ist nichts anderes als in Kategorien zu denken […]. Das heißt, die ganzen Prozentschritte dazwischen sind für mich irrelevant.“ (TP 09) Darüber hinaus äußert Testperson 09 (ähnlich wie Testperson 05), dass die Beantwortung der Frage auch von den Kosten der Untersuchung abhinge: „Bei Hautkrebs reicht schon wenig aus, sinnvoll wäre auch, den Preis zu wissen. […] Wenn das kostenlos ist, habe ich überhaupt keinen Grund, außer der verlorenen Zeit, also keinen Anreiz darauf zu verzichten. Es ist also auch eine Frage des Preises, aber ich setze mal voraus, dass es nichts kostet, also selbst bei 1 %, dem Minimum würde ich es schon machen.“ (TP 09)

    Insgesamt finden drei der Befragten die Beantwortung der Frage „sehr leicht“ (TP 01) oder „eher leicht“ (TP 05 und 09). Testperson 09 gibt diesen Wert jedoch nur deshalb an, weil sie von der von ihr vorgegebenen und oben bereits erwähnten, veränderten Skala ausgeht. Die Testpersonen 03 und 07 finden die Beantwortung der Frage „eher schwer“. Testperson 03 deshalb, weil sie erst einmal davon ausgegangen ist, dass sie selbst einmal an Hautkrebs erkrankt gewesen sein sollte, um hier eine Angabe machen zu können. Testperson 07 versteht die Intention der Frage nicht korrekt und bezieht ihre Antwort mehr auf die Qualität der Untersuchung und die allgemeine Sicherheit einer Vorsorgeuntersuchung nicht an Hautkrebs zu erkranken: „Das ist mir schon schwer gefallen das zu durchschauen. Weil, wenn ich jetzt dahin gehe und es ist nichts, dann hofft man ja auch in einem Jahr weiter, dass der Test wieder negativ ausfällt und deswegen die 90 %.“ (TP 07)
  1. Thema der Frage: Gesundheit
  2. Konstrukt: eingeschätzte Wahrscheinlichkeit einer Gesundheitsvorsorge relativ zum Erkrankungsrisiko