Alle Befragten (TP 01, 03, 05, 07, 09) beantworten die Frage mit der Angabe von 20 Tagen zeitkonsistent. Es findet keine Diskontierung statt. Sie geben damit an, dass 20 Tage Krankheit in zwei Jahren, bei einem gleichbleibenden Gesundheitszustand (minus 10 Punkte vom ursprünglichen Gesundheitszustand) genauso gut oder schlecht sind wie 20 Krankheitstage in drei Jahren.
Hierbei ist auffällig, dass Testperson 07, im Gegensatz zu den Fragen 12, 13 und 14 bei dieser Frage eine höhere Anzahl von Krankheitstagen angibt, obwohl der Zeithorizont zunimmt. In den vorherigen Fragen 12 bis 14, welche Zeitspannen von ein bis zwei Jahren umfassten, bewertete TP 07 jeweils 15 Krankheitstage zu einem späteren Zeitpunkt genauso gut oder schlecht wie 20 Krankheitstage zu einem früheren Zeitpunkt. In dieser Frage antwortet die Testperson erstmalig zeitkonsistent und gibt an, dass 20 Tage mit einer Gesundheit von 65 in zwei Jahren für sie genauso gut oder schlecht sind wie 20 Tage mit einer Gesundheit von 65 in drei Jahren. Die Testperson hat im Hinblick auf die Beantwortung der vorherigen Fragen, hyperbolisch diskontiert, da der Zinssatz durch den abnehmenden Zeithorizont hier zunimmt. Testperson 07 begründet dieses Vorgehen mit der generellen Verlängerung der Krankheitszeitphasen im zunehmenden Alter: „Wenn man erkrankt und man wird älter, werden ja auch die Intervalle vielleicht länger. Deshalb würde ich hier sagen, tendiere ich wieder zu 20. […] Ich weiß nicht in was für einem Zustand und wie fit ich dann noch bin. […] Man muss dann weiter denken. Hier ist ja immer eine Steigerung der Zeit. Es wird nicht so sein, dass ich immer auf demselben Level bin und sage ich bin immer fit, so wie heute. Ab einem gewissen Alter, wenn das hoch geht mit den Jahren, dass auch die Krankheitstage sich verlängern.“
Anhand dieser Äußerung wird ersichtlich, dass die Testperson bei den Fragen 12 bis 15 keine Schätzung abgegeben hat, wieviel ihr, ausgehend von dem momentanen Gesundheitszustand, 10 Punkte weniger Gesundheit wert sind, verglichen mit 10 Punkte weniger Gesundheit in den unterschiedlichen Zeitspannen. Stattdessen hat die Testperson eine Anzahl an Tagen für die in der Zukunft liegenden Zeitangaben genannt, von denen sie glaubt, krank zu sein oder krank werden zu können.
Am Ende dieses Frageblocks (Fragen 12 bis 15) wurden die Testpersonen gefragt, warum sie bei allen vier vorangestellten Fragen entweder immer die gleiche Anzahl oder eine teilweise unterschiedliche Anzahl an Tagen angegeben haben. Die Testpersonen 01, 03, 05 und 09 haben kontinuierlich, also zeitkonsistent, bei allen vier Fragen eine Anzahl von 20 Tagen angegeben. Dabei beziehen sich die vier Testpersonen 01, 03, 05 und 09 darauf, dass diese relativ kurzen Zeitpannen bei ihrem momentanen Alter und ihrem Gesundheitszustand noch keine Auswirkungen haben:
Testperson 07 hat bei den Fragen 12 bis 14 gleich und bei Frage 15 unterschiedlich und dadurch zeitinkonsistent geantwortet. Bei allen vier Fragen wird deutlich, dass die Testperson immer wieder Schwierigkeiten hatte, sich das Szenario der Fragestellung vorzustellen: „Das war ja mein Problem bei der ersten Frage. Wie das gemeint war. Und bei der zweiten Frage hoffe ich ja, dass ich praktisch im nächsten Jahr, ihr seid von 20 Tagen ausgegangen, ich gehe jetzt mal von 15 aus."