Alle fünf Testpersonen können diese Frage beantworten und angeben, wie viel der bei Frage 1 angegebene Gesundheitszustand minus zehn Punkte heute wert ist, verglichen mit dem Gesundheitszustand minus zehn Punkte im nächsten Jahr.
Vier der Befragten (TP 01, 03, 05, 09) beantworten die Frage zeitkonsistent ohne Diskontierung und geben an, dass 20 Tage Krankheit in diesem Jahr, bei einem gleichbleibenden Gesundheitszustand (minus 10 Punkte vom ursprünglichen Gesundheitszustand) genauso gut oder schlecht sind wie 20 Krankheitstage im nächsten Jahr. Drei dieser Testpersonen (TP 01, 03, 05) begründen ihre Antworten damit, dass es ihnen gleich sei, ob sie in diesem oder im nächsten Jahr erkranken würden:
Testperson 07 gibt an, dass 20 Krankheitstage in diesem Jahr genauso gut oder schlecht sind, wie 15 Krankheitstage im nächsten Jahr.
Diese Testperson hat jedoch zunächst Schwierigkeiten mit der Beantwortung der Frage bzw. der Vorstellung des in der Fragestellung vorgegebenen Szenarios: „Mir wäre es lieber ich werde gar nicht krank. Normal bin ich nie länger krank als drei oder vier Tage. Wenn ich mal Schnupfen habe, da leide ich nicht drunter. Ich brauche auch keine Medikamente.“ Nachdem der Testleiter den lediglich hypothetischen Charakter der Frage erklärt hat, kann Testperson 07 eine Angabe machen: „Ja gut wenn man die Erkältungen über das Jahr zusammenrechnet, dann trage ich da mal 15 Tage ein. Aber wenn ich krank bin, sind das meistens Verschleißerscheinungen. Ich denke hier immer organisch.“ Die Testperson antwortet demnach zeitinkonsistent und begründet dieses Vorgehen mit dem natürlichen Altersfortschritt und der Ungewissheit des Gesundheitszustandes in einem Jahr: „Ich rechne immer mal ein Jahr weiter. Man weiß ja nicht was nächstes Jahr ist. Deshalb zähle ich das so als meine Antwort wenn ich sage, da sind mir im nächsten Jahr 15 Tage lieber, wie nochmal 20 oder 25 Tage im nächsten Jahr mit derselben Erkrankung.“
Testperson 09 äußert zu Beginn Schwierigkeiten mit der Fragestellung. Das Ziel der Frage, also die Feststellung der Diskontierung der Befragten, erkennt die Testperson, hat jedoch Probleme sich das Szenario vorzustellen und findet die Frage zu abstrakt: „Das ist relativ abstrakt und man muss ziemlich darüber nachdenken. Was es schwierig macht, ist, dass die Krankheit entweder in diesem oder im nächsten Jahr auftreten kann und die Dauer der Krankheit kann variieren. Das macht es schwierig. Und dann, „welche Dauer an Tagen“, das ist so abstrakt. Ich verstehe was der Sinn der Frage ist, aber da eine Anzahl Tage zu nennen, fällt sehr schwer. […] Die Frage zielt auf Diskontierung ab. So wie ich die Frage beantwortet habe, diskontiere ich in diesem Zusammenhang überhaupt nicht.“
Testperson 09 nennt abschließend einen Vorschlag, der zur Verbesserung der Frage beitragen könnte: „[…] Vielleicht mit einem Beispiel. Was es sehr abstrakt macht, ist der Gesundheitszustand von 70 oder 60, was soll das überhaupt bedeuten? Vielleicht ein noch konkreteres Beispiel als diese, die hier angegeben sind, ein Szenario oder so. Und vielleicht nicht nach einer Anzahl von Tagen fragen, sondern möglicherweise zwei Szenarien vorgeben und ich muss mich zwischen zwei oder drei Optionen entscheiden. Eine Zahl (Anzahl Tage) anzugeben ist schwierig.“ Sie bemerkt außerdem, dass bei einem größer gewählten Zeitraum als ein Jahr eine Diskontierung potenziell eher auftreten würde.