Fazit und Empfehlung (Web Probing 1 & 2):
Insgesamt funktionieren beide Versionen von Frage 16 gut. Der geringe Item-Nonresponse sowie die breite Nutzung der Skala sprechen dafür, dass die meisten Befragten in der Lage sind, eine Einordnung ihres Berufsstatus vorzunehmen.
Gleichzeitig gab – insbesondere im ersten Web Probing-Pretest – ein verhältnismäßig hoher Anteil der Befragten (39,1 %) an, dass sie die Beantwortung der Frageversion 2 als eher schwierig empfanden. Im zweiten Web Probing-Pretest wurde daher detaillierter evaluiert, welche Aspekte die Beantwortung erschweren. In beiden getesteten Frageversionen bezogen sich die genannten Schwierigkeiten vor allem auf Unsicherheiten hinsichtlich der Kriterien, die bei der Bewertung des beruflichen Status berücksichtigt werden sollen, sowie auf die Interpretation einzelner Skalenstufen. Diese Rückmeldungen deuten auf gewisse konzeptionelle Unschärfen hin, führten jedoch nicht zu systematischen Problemen bei der Beantwortung der Frage.
Für die Haupterhebung empfehlen wir, die Frageversion mit expliziter Nennung zentraler Berufe (Version 1) zu verwenden, da somit eine konsistente Frageformulierung zu den Fragen 1 bis 3 sichergestellt ist.
Informationen zur Frage und Ziel der Testung (Web Probing 1 & 2):
Frage 16 erfasst den subjektiv wahrgenommenen Status des derzeitigen oder zuletzt ausgeübten Berufs der Befragten. Sie wurde nur denjenigen Befragten gestellt, die zuvor angegeben hatten, derzeit oder in der Vergangenheit erwerbstätig (gewesen) zu sein. Im Rahmen des Pretests wurden zwei Frageversionen getestet, die sich in der Formulierung der Endpunkte der Antwortskala unterschieden. In Version 1 wurden die Skalenendpunkte durch konkrete Berufe definiert („1 = ein Beruf wie Reinigungskraft in einem Hotel“ bis „10 = ein Beruf wie Richter/in“), während in Version 2 unspezifische Formulierungen verwendet wurden („1 = Berufe mit sehr geringem Ansehen“ bis „10 = Berufe mit sehr hohem Ansehen“).
Im Zuge des ersten Web Probing-Pretests sollte ermittelt werden, ob es den Testpersonen schwerfällt, Version 2 der Frage zu beantworten. Die kognitive Nachfrage wurde etwa einem Drittel der Befragten (n = 156) gestellt.
Im zweiten Web Probing-Pretest wurden die Testpersonen zufällig einer der beiden Frageversionen zugeteilt. Auch hier wurde getestet, ob es den Testpersonen schwerfällt, die beiden Frageversionen zu beantworten. Die kognitiven Nachfragen wurde etwa einem Drittel der Befragten (n = 141) gestellt.
Befund Web Probing 1:
Acht Testpersonen ließen Frage 16 (Version 2) unbeantwortet. Die übrigen Befragten nutzten zur Beantwortung der Frage die gesamte Skalenbreite, wobei sie wie bei der vorherigen Frage am häufigsten die Skalenpunkte 7 (27,2 %) und 8 (23,3 %) auswählten (vgl. Tabelle 23). Der Großteil der Befragten (80,6 %) ordnete sich auf einer Stufe in der oberen Hälfte der Leiter (Skalenpunkte 6 bis 10) ein. Der Mittelwert der Antworten belief sich auf M = 6.8 (SD = 1.6), der Median auf Md = 7.
Insgesamt berichteten 39,1 % der Testpersonen, dass ihnen die Beantwortung von Frage 16 „eher schwer“ (33,3 %) oder „sehr schwer“ (5,8 %) gefallen sei.
Befund Web Probing 2:
Drei Testpersonen ließen Frage 16 unbeantwortet. Die übrigen Befragten nutzten zur Beantwortung der Frage nahezu die gesamte Skalenbreite, wobei sie wie bei der vorherigen Frage am häufigsten die Skalenpunkte 7 und 8 auswählten (vgl. Tabelle 24). Hinsichtlich der deskriptiven Kennwerte zeigten sich kaum Unterschiede zwischen den beiden Frageversionen (vgl. Tabelle 25). Die Mittelwerte der beiden Frageversionen unterschieden sich nicht signifikant voneinander (t(428) = -1.45, p = .148).
Insgesamt berichteten 17,7 % (n = 25) der Testpersonen, dass ihnen die Beantwortung von Frage 16 „eher schwer“ (17,0 %) oder „sehr schwer“ (0,7 %) gefallen sei. Hierbei zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Frageversionen (X2(3, N = 141) = 1.14, p = .768). Als Gründe für die empfundene Schwierigkeit nannten die Befragten insbesondere Unklarheiten darüber, welche Merkmale des Berufs für die Einordnung auf der Skala relevant sind. Zudem bestand bei einigen Unsicherheit hinsichtlich der Bedeutung der einzelnen Skalenstufen zwischen den Polen.