Fazit und Empfehlung (Web Probing 2):
Insgesamt zeigte sich im zweiten Web Probing-Pretest dass Frage 8 gut funktioniert. Es trat kein Item-Nonresponse auf, und nur ein kleiner Anteil der Befragten berichtete von Schwierigkeiten bei der Beantwortung. Die genannten Begründungen für empfundene Schwierigkeiten, insbesondere die relativ weit in der Zukunft liegende zu beurteilende Situation sowie die Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Kindes, sind plausibel und nachvollziehbar.
Auch die Antwortverteilungen sowie die herangezogenen Begründungen deuten darauf hin, dass die Befragten die Frage wie intendiert verstehen und beantworten. Dabei spielen vor allem zukunftsbezogene Überlegungen (z. B. Offenhalten von Möglichkeiten, bessere Bildungs- und Berufschancen) eine zentrale Rolle.
Der experimentelle Zusatz in der Einleitung von Version 2 zeigte keine signifikanten Effekte, weder hinsichtlich der Antwortverteilung noch der wahrgenommen Beantwortungsschwierigkeit oder im Hinblick darauf, ob die Befragten die aktuellen Schulleistungen des Kindes berücksichtigen.
Vor diesem Hintergrund besteht kein Anpassungsbedarf an der Frageformulierung. Beide Versionen sind gleichermaßen geeignet. Aus Gründen der Vereinfachung und Standardisierung empfehlen wir, die kürzere Variante ohne zusätzlichen Einleitungstext (Version 1) zu nutzen.
Informationen zur Frage und Ziele der Testung (Web Probing 2):
Frage 8 erfasst, welchen späteren Schulabschluss sich die Befragten für ihr Kind wünschen.
Im zweiten Web Probing-Pretest wurden die Befragten zufällig entweder Frageversion 1 oder Frageversion 2 zugeteilt. In Version 2 wurde die Frage um den Zusatz „Angenommen, es gäbe keine Hindernisse“ ergänzt. Zudem wurde explizit nach dem „höchsten“ gewünschten Schulabschluss gefragt.
Ziel der Testung war es, zu untersuchen, ob die Testpersonen Schwierigkeiten bei der Beantwortung der Frage haben und welche Gründe ihrer Entscheidung zugrunde liegen. Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob die Befragten beim Beantworten der Frage die aktuellen Schulleistungen ihres Kindes berücksichtigen.
Befund Web Probing 2:
Bei der Beantwortung von Frage 8 gab es keinen Item-Nonresponse, d. h. alle Testpersonen beantworteten die Frage. Am häufigsten wünschten sich die Befragten das Abitur für ihr Kind (V1: 65,9 %; V2: 77,3 %), gefolgt von der mittleren Reife (V1: 28,0 %; V2: 17,8 %). Nur vereinzelt wurden ein Hauptschulabschluss (V1: 1,9 %; V2: 1,8 %) oder die Antwortoption „Kein Abschluss“ (V1: 1,4 %; V2: 0,4 %) gewählt (vgl. Tabelle 14). Die Antwortverteilungen unterschieden sich nicht statistisch signifikant zwischen den beiden Frageversionen (X2(4, N = 439) = 8.19, p = .085).
In beiden Versionen berücksichtigte etwa die Hälfte der Befragten die aktuellen Schulleistungen des Kindes bei der Beantwortung von Frage 8 (V1: 49,3 %; V2: 58 %). Hierbei zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Frageversionen (X2(1, N = 437) = 3.36, p = .067).
Haben die Testpersonen Schwierigkeiten, die Frage zu beantworten?
Insgesamt berichteten lediglich 12,6 % der Testpersonen, dass ihnen die Beantwortung von Frage 8 „eher schwer“ (11,0 %) oder „sehr schwer“ (1,6 %) gefallen sei. Hierbei zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Frageversionen (X2(3, N = 437) = 4.55, p = .208).
Die am häufigsten genannte Begründung für die empfundene Schwierigkeit (46,7 %) bestand darin, dass der Schulabschluss des Kindes noch weit in der Zukunft liege. In diesem Zeitraum könne sich noch vieles verändern, weshalb eine Einschätzung schwerfalle.
Wie begründen die Befragten ihre Antwort?
Der am häufigsten genannte Grund für die Wahl der jeweiligen Antwortoption (44,3 %) war der Wunsch, dem Kind möglichst viele Optionen für die Zukunft offen zu halten.
Darüber hinaus verwies ein Viertel (25,0 %) der Befragten auf bessere berufliche Chancen oder die Möglichkeit zu weiterführender Bildung (z. B. ein Studium). In 10,2 % der Fälle wurden die (kognitiven) Fähigkeiten des Kindes als Begründung angeführt.
Weitere genannte Gründe waren ein erwartetes höheres Einkommen, die Erwartung einer erreichten Selbstständigkeit des Kindes mit dem gewählten Niveau, das Erreichen eines ähnlichen Bildungsniveaus wie das der Eltern sowie allgemeine Erwartungen an das Kind.