Projekt "Strive-Up" - Fragen zum Thema Statuserhalt und sozialer Aufstieg

Fragetext:

Version 1
Und welcher Bereich auf dieser Skala wäre für Sie ein Ergebnis, mit dem Sie für Ihr Kind zufrieden wären?
Bitte nennen Sie uns die unterste und die oberste Stufe
(Web Probing 1 & Kognitive Interviews)

Version 2
Und welcher Bereich auf dieser Skala wäre für Sie ein Ergebnis, das Sie für Ihr Kind akzeptabel finden würden?
Bitte nennen Sie uns die unterste und die oberste Stufe
(Web Probing 1 & Kognitive Interviews)

Antwortkategorien:

Unterste zufriedenstellende Stufe (1-10): ___
Oberste zufriedenstellende Stufe (1-10): ___

Alternatives Antwortformat, das getestet wurde:

Unterste akzeptable Stufe (1-10): ___
Oberste akzeptable Stufe (1-10): ___

Empfehlungen:

Fazit und Empfehlung (Web Probing 1 & Kognitive Interviews):

Im ersten Web Probing-Pretest führten die beiden Frageformulierungen („zufrieden“ vs. „akzeptabel“) zu nahezu identischen Antwortverteilungen, unterschieden sich jedoch hinsichtlich der wahrgenommenen Beantwortungsschwierigkeit: Die Version mit „akzeptabel“ wurde häufiger als schwierig empfunden. Daher wurde empfohlen, für die Haupterhebung die Formulierung „zufrieden“ zu verwenden, da sie verständlicher erscheint und die kognitive Belastung der Befragten verringert.

Die Ergebnisse der kognitiven Interviews zeigten, dass die Befragten bei der Bestimmung der Akzeptanzspanne des späteren sozialen Status ihres Kindes differenzierten und in sich schlüssige Überlegungen anstellten. Die unterste zufriedenstellende Stufe wurde anhand unterschiedlicher Bezugspunkte ermittelt, die sich jedoch überwiegend auf statusbezogene Kriterien bezogen, insbesondere auf das durchschnittliche gesellschaftliche Statusniveau, den eigenen aktuellen Status sowie auf grundlegende finanzielle Sicherheit. In geringerem Umfang flossen auch Mindestanforderungen in Bezug auf Bildung oder Erwerbstätigkeit ein. Ein Einzelfall verdeutlichte zudem, dass die Frage normativ interpretiert werden kann, indem nicht der Status des Kindes, sondern die bedingungslose elterliche Zuneigung in den Vordergrund gestellt wird.

Auch bei der Bestimmung der obersten zufriedenstellenden Stufe zeigte sich ein differenziertes Antwortverhalten. Dass nicht alle Befragten den Maximalwert 10 wählten, ist nicht als Unverständnis der Skala zu interpretieren, sondern lässt sich auf unterschiedliche Deutungen des Zufriedenheitsbegriffs zurückführen. Die Begründungen reichten von einer sehr hohen, aber nicht maximalen Zufriedenheit über realistische Erwartungen bis hin zur bewussten Ablehnung sehr hoher Statuspositionen aufgrund wahrgenommener Belastungen.

Insgesamt sprechen die Ergebnisse dafür, dass Version 1 von Frage 6 von den meisten Befragten im intendierten Sinne verstanden wird und geeignet ist, individuelle Akzeptanzspannen des zukünftigen sozialen Status des Kindes zu erfassen. Die Frage kann daher unverändert beibehalten werden.