Informationen zur Einleitung und Ziel der Testung:
Der Fragebogen enthielt zu Beginn eine Einleitung, in der definiert wurde, was im Folgenden unter „Sport“ zu verstehen ist. Ziel der Testung war es zu untersuchen, ob die Befragten diesen Einleitungstext als verständlich wahrnehmen.
Befund:
Nahezu alle Testpersonen (97 %) stuften den Einleitungstext als „eher“ oder „sehr“ verständlich ein. Die wenigen Befragten, die ihn als weniger verständlich bewerteten, kritisierten insbesondere dessen Länge oder Komplexität.
Eine Testperson merkte zudem kritisch an, dass das Fahrradfahren zur Arbeit in der Befragung nicht als Sport gelte.
„Weshalb ist mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren keine sportliche Tätigkeit? Natürlich ist der Aspekt von Wettbewerb und Spaß/Freude eher gering anzusiedeln, aber es bleibt doch eine sportliche und im Hinblick auf Gesundheit/Fitness eine sinnvolle Aktivität. Ich bin während meines Arbeitslebens grob geschätzt 20.000 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren. Solche Werte sollten in einer Befragung zum Thema Sport nicht ausgeklammert werden.“ (TP455)
Informationen zur Frage und Ziel der Testung:
Frage 1 erfasst, wie viele Stunden pro Woche die Befragten Sport treiben. Dabei soll die durchschnittliche Dauer über die letzten drei Monate angegeben werden, da die Frage im RKI-Panel „Gesundheit in Deutschland“ mehrmals pro Jahr wiederholt erhoben werden soll.
Ziel der Testung war es zu untersuchen, ob die Befragten die in der Einleitung gegebene Definition von Sport bei der Beantwortung der Frage berücksichtigen und wie sie den wöchentlichen zeitlichen Umfang ermitteln. Darüber hinaus wurde geprüft, ob sich die Befragten wie intendiert auf die letzten drei Monate beziehen und ob bei der Beantwortung Schwierigkeiten auftreten.
Befund:
Frage 1 wurde von allen Testpersonen beantwortet. Gemäß der vorher festgelegten Quoten (vgl. Ka-pitel 2 „Stichprobe“) gab knapp die Hälfte der Befragten (49,5 %) an, keinen oder weniger als eine Stunde in der Woche Sport zu treiben, während die übrigen Befragten angaben, mindestens eine Stunde oder mehr in der Woche sportlich aktiv zu sein (vgl. Tabelle 3).
Berücksichtigen die Befragten die in der Einleitung gegebene Definition von Sport beim Beantworten der Frage?
Testpersonen, die angegeben hatten, regelmäßig Sport zu treiben (Frage 1 ≠ „gar nicht“, n = 402) erhielten eine Nachfrage (N1_F1, s. Anhang) dazu, an welche Sportarten sie beim Beantworten der Frage gedacht hatten. Insgesamt machten die Testpersonen 601 Nennungen. Tabelle 4 zeigt, welcher Anteil dieser Nennungen auf verschiedene Sportkategorien entfällt, und enthält zudem Beispiele für genannte Sportarten.
In 98 % der Nennungen wurden Sportarten berichtet, die mit der in der Einleitung definierten Abgrenzung von „Sport“ übereinstimmen. In den übrigen 2 % der Nennungen wurden hingegen Aktivitäten genannt, die nicht eindeutig unter diese Abgrenzung fallen, darunter Spazierengehen (n = 11), Hundespaziergänge (n = 2) und Holzhacken (n = 1).
Die Testpersonen erhielten zusätzlich eine oder mehrere Nachfragen (N5_F1 bis N7_F1) dazu, ob sie mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und ob sie diese Zeiten gegebenenfalls in ihre Antwort auf Frage 1 einbezogen haben. Da diese Form der Bewegung in der Einleitung explizit nicht als Sport im Sinne des Fragebogens definiert wird, sollten die Befragten sie nicht in ihre Angaben einbeziehen.
Insgesamt elf Testpersonen (3 %) berichteten, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren und diese Zeiten in Frage 1 berücksichtigt zu haben. Fünf dieser Testpersonen gaben an, dabei so intensiv zu fahren, dass sie ins Schwitzen und außer Atem kommen, während die übrigen dies verneinten. Die einfache Strecke, die die Befragten mit dem Fahrrad zur Arbeit zurücklegen, reichte von 1km bis 20km und lag im Mittel bei M = 6,3km (SD = 5,8).
Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Abgrenzung von Sport in der Einleitung über-wiegend korrekt verstanden wurde, jedoch in Einzelfällen unterschiedlich interpretiert wird bzw. es einigen Befragten schwerfällt, der vorgegebenen Abgrenzung zu folgen. Dies gilt insbesondere dann, wenn sie auf dem Arbeitsweg regelmäßig körperlich aktiv sind und diese Aktivität als sportlich wahrnehmen.
Wie ermitteln die Testpersonen die wöchentliche Dauer des Sporttreibens? Berücksichtigen Sie den Referenzzeitraum von 3 Monaten?
Die Testpersonen, die angegeben hatten, regelmäßig Sport zu treiben (Frage 1 ≠ „gar nicht“, n = 402) wurden zusätzlich gefragt, wie sie bei der Beantwortung der Frage vorgegangen sind (N2_F1). Knapp die Hälfte der Befragten (45 %) gab an, die Dauer des Sporttreibens für eine normale bzw. typische Woche berichtet zu haben. Ein Drittel (33 %) berichtete, den Durchschnitt der letzten drei Monate geschätzt zu haben.
Lediglich 11 % der Testpersonen gaben an, versucht zu haben, den Durchschnitt der letzten drei Monate genau zu berechnen. Weitere 11 % berichteten, von einer typischen Woche ausgegangen zu sein und diesen Wert nach oben oder unten angepasst zu haben, da sie in den letzten drei Monaten mehr oder weniger Sport als gewöhnlich getrieben hatten.
Diese Ergebnisse zeigen, dass nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten den Referenzzeitraum von drei Monaten berücksichtigt, wohingegen ein erheblicher Anteil ihr typisches Verhalten berichtet.
Haben die Testpersonen Schwierigkeiten, die Frage zu beantworten?
Insgesamt 38 der 565 Testpersonen (7 %) gaben an, dass ihnen die Beantwortung von Frage 1 „eher schwer“ (n = 34) oder „sehr schwer“ (n = 4) gefallen sei. Die genannten Schwierigkeiten wurden überwiegend damit begründet, dass die Dauer des Sporttreibens wöchentlich variiere bzw. die letzten drei Monate nicht repräsentativ für das übliche Sportverhalten gewesen seien (39 %). Weitere Befragte nannten emotionale Gründe, etwa Scham oder ein schlechtes Gewissen aufgrund geringer sportlicher Aktivität (29 %), oder erläuterten, dass es ihnen schwergefallen sei, die Dauer des Sporttreibens genau zu berechnen (25 %).
Vereinzelt wiesen Befragte zudem darauf hin, dass die Abgrenzung zwischen Sport und alltäglicher Bewegung schwierig sei und Unklarheit darüber bestünde, ob sportliche Aktivitäten auf dem Arbeitsweg einbezogen werden sollten.