Datenbank

Projektname: RESPOND - Improving regional health system responses to the challenges of migration through tailored interventions for asylum-seekers and refugees

  1. Fragetext: Wie oft haben Sie finanzielle Schwierigkeiten aufgrund von Ausgaben für Ihre gesundheitliche Versorgung?
  2. Antwortkategorien:

    Nie

    Selten

    Manchmal

    Regelmäßig


    1. Empfehlungen: Frage: Um die Intention der Frage zu verdeutlichen, empfehlen wir, die Frage umzuformulieren und zudem deutlich zu machen, dass es um die momentane Situation in Deutschland geht:
      Wie oft hatten Sie in den letzten 12 Monaten finanzielle Schwierigkeiten, weil Sie für Ihre gesundheitliche Versorgung zuzahlen mussten?

      Antwortoptionen: Belassen.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: General Probing, Specific Probing
  2. Befund zur Frage: Hier sollte u.a. untersucht werden, woran die Befragten bei der Beantwortung der Frage denken und ob sie die Frage nach finanziellen Schwierigkeiten als unangenehm bzw. heikel empfinden. Letzteres war bei keiner Testperson der Fall.

    Serbisch: Testperson SER01 beantwortet die Frage eher hypothetisch als real. Sie gibt an, dass ihr Asylverfahren noch läuft und sie folglich nicht krankenversichert sei. Für etwaige ärztliche Behandlungen müsse sie daher im Falle eines Falles selbst aufkommen: „Zum Beispiel wenn mal eine OP anstünde. [...] Man weiß ja nicht was kommt“ (SER01).
    Testperson SER02 gibt an, dass ihr monatlich nur 101 Euro zur Verfügung stünden und sie sich kaum die notwendigsten Dinge wie Brot, Hygieneartikel oder Kleidung leisten könne. Ihre Antwort („manchmal“) bezieht sich daher eher darauf, dass sie sich aufgrund ihrer finanzieller Schwierigkeiten keine gesundheitliche Versorgung leisten kann (und nicht – wie intendiert – dass sie aufgrund von Ausgaben für ihre gesundheitliche Versorgung finanzielle Schwierigkeiten hätte).

    Arabisch: Testperson AR01 denkt bei der Beantwortung der Frage an Zahnarztbesuche, bei denen bspw. im Rahmen von Erneuerungen von Zahnfüllungen zusätzliche Kosten anfallen, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden.
    Testperson AR02 gibt an, dass sie krankenversichert sei und für ihre medizinische Versorgung nicht selbst aufkommen müsse.

    Farsi: Testperson FAR01 gibt an, in der letzten Zeit nur einmal beim Zahnarzt gewesen zu sein und da sie krankenversichert sei, habe die Behandlung nichts gekostet.
    Testperson FAR02 hat bei der Frage vor allem an die finanziellen Schwierigkeiten gedacht, die sie in Ihrem Heimatland aufgrund von Ausgaben für medizinische Versorgung hatte, nicht an etwaige aktuelle Schwierigkeiten in Deutschland.

    Russisch: Testperson RUS01 erklärt, dass sie regelmäßig Medikamente einnehmen müsse. Da sie jedoch keine Arbeit habe, können sie sich diese nicht immer leisten. Wie bereits Testperson SER02 beantwortet auch Testperson RUS01 die Frage dahingehend, dass sie sich aufgrund finanzieller Schwierigkeiten keine gesundheitliche Versorgung leisten kann (und nicht – wie intendiert – ob sie aufgrund von Ausgaben für ihre gesundheitliche Versorgung finanzielle Schwierigkeiten hat).
    Testperson RUS02 besucht noch die Schule und muss für ihre medizinische Versorgung daher nicht selbst aufkommen.

    Englisch: Testperson ENG01 hat keine Probleme mit der Beantwortung der Frage. Sie ist krankenversichert und muss für ihre gesundheitliche Versorgung nicht selbst aufkommen.
  1. Thema der Frage: Gesundheit
  2. Konstrukt: Finanzielle Dimension medizinischer Versorgung