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Projektname: Eingabenkultur und Diktaturerfahrungen in der DDR

  1. Fragetext: Hat das Ministerium für Staatssicherheit jemals aktiv Kontakt zu Ihnen aufgenommen?
  2. Antwortkategorien:

    Ja, einmal

    Ja, mehrmals

    Nein


    1. Empfehlungen: Frage: Die Frage sollte präzisieren, welche Art von Kontakt gemeint ist. Sollen offizielle Anwerbeversuche inkludiert werden oder nur Kontaktaufnahmen, um informelle Mitarbeiter anzuwerben?

      Antwortoptionen: Belassen.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: Emergent Probing.
  2. Befund zur Frage: Fünf von neun Testpersonen geben an, nie von der Staatssicherheit kontaktiert worden zu sein, vier geben an mindestens einmal kontaktiert worden zu sein.

    Eine Testperson, die mehrmals kontaktiert wurde, erklärt die Anlässe: „Vor der Militärzeit, bei der Ablehnung der Beförderung und der Inhaftierung eines Arbeitskollegen.“ (TP 04).

    Beide Testpersonen, die einmal kontaktiert wurden, nennen als Anlässe Episoden, die möglicherweise nicht bei der Frage intendiert sind. Dies sind eine Anwerbung während der Armeezeit und Kontakt, der durch den Grundwehrdienst zustande kam:
    • „Während der Armeezeit zur Anwerbung.“ (TP 05)
    • „Ich habe den Grundwehrdienst dort geleistet, und somit drei Jahre lang täglich Kontakt gehabt. Aber danach nicht mehr.“ (TP 01)
    Eine Testpersonen (TP 08) hat Probleme mit der Beantwortung der Frage. Sie beantwortet die Frage nicht, da sie die Frage scheinbar nicht richtig versteht und nicht an den aktiven direkten Kontakt, sondern generell an ihr Umfeld denkt: „Weiß ich nicht, weiß nicht ob jemand von der Staatssicherheit war. Wie wollen Sie mit den Leuten umgehen, die bei der Staatssicherheit selbst waren?“.
  1. Thema der Frage: Politische Einstellung und Verhalten
  2. Konstrukt: Überwachung der eignen Person in der DDR