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Projektname: Eingabenkultur und Diktaturerfahrungen in der DDR

  1. Fragetext: Haben Sie schon einmal von Eingaben oder dem Eingabewesen in der DDR gehört?
  2. Antwortkategorien:

    Ja

    Nein


    1. Empfehlungen: Frage: Wir empfehlen, im Fragetext das Wort „oder“ durch „bzw.“ zu ersetzen, um den von den Befragten wahrgenommenen doppelten Stimulus zu vermeiden:

      Haben Sie schon einmal von Eingaben bzw. dem Eingabewesen in der DDR gehört?

      Antwortoptionen: Belassen.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: Emergent Probing, Comprehension Probing.
  2. Befund zur Frage: Alle Testpersonen, bis auf TP 09, beantworten die Frage mit „Ja“.

    Alle Testpersonen verstehen unter einer Eingabe eine Form der Beschwerde oder einen Verbesserungsvorschlag:
    • „Das waren Beschwerden, die an die staatlichen Organe oder an die Partei in Form von Eingaben gingen.“ (TP 01)
    • „Es war möglich, Eingaben zu machen, wenn man etwas kritisieren wollte oder man einen Verbesserungsvorschlag hatte, sich beschweren und aufzeigen was nicht so gut funktionierte.“ (TP 02)
    • „Man konnte bei gewissen Lebensumständen mit denen man unzufrieden war, z.B. Kindergartenplätze, Wohnsituation etc. an Honecker schreiben und dies kam dann an den lokalen Zuständigen. Die hatten sich darum zu kümmern, ob allerdings was dabei raus gekommen ist, ist eine andere Frage, aber es gab die Möglichkeit. Dies war auch nicht mit Konsequenzen verbunden.“ (TP 05)
    Testperson 09 antwortet als einzige mit „Nein“, gibt aber an, das Wort „Eingabe“ sehr wohl zu kennen und nur mit dem Begriff „Eingabewesen“ nicht vertraut zu sein. Hier handelt es sich um Verwirrung aufgrund des doppelten Stimulus: „Eingaben sagen mir was, Eingabewesen noch nicht gehört.“.

    Auch Testperson 08 gibt an, nur mit dem Begriff „Eingabe“, nicht aber „Eingabewesen“ etwas anfangen zu können, antwortet aber richtig mit „ja“.
  1. Thema der Frage: Politische Einstellung und Verhalten
  2. Konstrukt: Politisches Engagement in der DDR