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Projektname: Kommunikation und Information im Gesundheitswesen aus Sicht der Bevölkerung - Patientensicherheit und informierte Entscheidung (KomPaS)

  1. Einleitungstext: Zur Früherkennung von Darmkrebs wird Personen ab 55 Jahren eine Untersuchung des Dick-darms in Form einer Darmspiegelung angeboten, die auch Koloskopie genannt wird. Bei der Darmspiegelung wird der ganze Dickdarm auf Wucherungen, sogenannte Darmpolypen und krebsverdächtiges Gewebe untersucht.
  2. Fragetext: Sind Sie von einer Ärztin oder einem Arzt über die Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs beraten worden?
  3. Antwortkategorien:

    Ja

    Nein

    Keine Angabe

    Weiß nicht


    1. Empfehlungen: Da nicht sicher festgestellt werden kann, ob alle Testpersonen die zwei Beratungsarten in der intendierten Weise aufgenommen haben und auch zwischen Vorsorge- und Diagnoseberatung unterscheiden, ist der Vorschlag, dies in der Frageformulierung präziser zu formulieren, z.B.

      Frage:
      „Zur Früherkennung von Darmkrebs wird Personen ab 55 Jahren eine Untersuchung des Dickdarms in Form einer Darmspiegelung angeboten, die auch Koloskopie genannt wird. Bei der Darmspiegelung wird der ganze Dickdarm auf Darmpolypen, Wucherungen und krebsverdächtiges Gewebe untersucht.

      Sind Sie von einer Ärztin oder einem Arzt über die Darmspiegelung als Früherkennungsmethode von Darmkrebs beraten worden?“

      Antwortoptionen:
      Belassen.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: General Probing, Comprehension Probing, Specific Probing
  2. Befund zur Frage: Obwohl in der vorausgegangenen Frage zur Beratung zum Früherkennungsprogramm eine Testperson (TP 11) eine Darmspiegelung anführte, antworten alle sieben Testpersonen (TP 04, 05, 09, 10, 11, 12) mit einem „Nein“ zur Beratung durch einen Arzt/Ärztin über die Darmspiegelung als Früherkennungsmethode, die allen Testpersonen ab 55 Jahren gestellt wurde. Dies wird von der Testperson auch damit begründet, dass die Darmspiegelung nicht auf Krebsverdacht, sondern „wegen innerer Blutungen“ durchgeführt wurde (TP 11):
    • TL: Das heißt Sie haben eine Darmspiegelung bekommen, aber nicht im Zuge der Früherkennung von Darmkrebs?
    • TP: Ja, genau.
    • TL: Wurden Sie schon einmal zu Darmkrebs beraten?
    • TP: Noch nie und ich will auch nicht.
    • TL: Aber die Beratung ist ja erst einmal unabhängig von einer Erkrankung.
    • TP: Wenn man beraten wird, dann gibt es schon einen Verdacht. Wenn jemand Beschwerden hat, dann kann man sich selbst Gedanken machen.
    Eine Testperson (TP 06) gibt an, dass die beiden Fragen zur Beratung zur Krebsfrüherkennung von Darmkrebs und zur speziellen Darmkrebsuntersuchungsmethode ‚Darmspiegelung‘ nur für Personen Sinn macht, die auf diesem Gebiet schon Erfahrungen haben: „Ich denke bei diesen Fragen wird vorausgesetzt, dass diese Fragen eine Selbstverständlichkeit für jeden sind, aber das ist es nicht für jeden. Das sind Fragen, die wenn man das nicht gemacht hat, wie Nonsens wirken.“ (TP 06).

    Testperson 09 nimmt den Unterschied zwischen den beiden Fragen wahr:
    • TL: Haben Sie bei der ersten Frage auch an eine Darmspiegelung gedacht.
    • TP: Nein, ich hab eher nur an die Stuhluntersuchung gedacht.
    • TL: Also sind die beiden Fragen, die ich Ihnen gestellt habe, schon unterschiedlich?
    • TP: Ja.
    Eine Testperson (TP 12) reagiert emotional auf diese Frage und kann sich dadurch nicht äußern.

    Bei der Nachfrage nach der Verständlichkeit der Einleitung beurteilen fünf Personen diese als „sehr verständlich“ und eine als „eher verständlich“ (TP 06). Wiederum eine Testperson antwortet mit „wenig bzw. eher nicht verständlich“, und begründet ihr Urteil mit fehlender Erläuterung der Darmkrebsvorsorge bzw. Krebsarten: „Also was mir fehlt bei dem Ganzen ist, dass diese Darmkrebsvorsorge, … das müsste mehr erläutert werden. Was für Krebs damit erfasst werden soll? Und wie sich dieser Krebs im Frühstadium ausdrückt. […]“ (TP 05).
  1. Thema der Frage: Gesundheit
  2. Konstrukt: Beratung zu Darmspiegelungen