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Projektname: Kommunikation und Information im Gesundheitswesen aus Sicht der Bevölkerung - Patientensicherheit und informierte Entscheidung (KomPaS)

  1. Einleitungstext: Erwachsene haben Anspruch auf eine Reihe von Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung, unter anderem zur Früherkennung von Darmkrebs.

    Dazu gehört eine ärztliche Beratung zum Früherkennungsprogramm.
  2. Fragetext: Hat Sie eine Ärztin oder ein Arzt schon einmal über Darmkrebs und die bestehenden Möglichkeiten der Früherkennung beraten? Krebsfrüherkennung wird häufig auch als Krebsvorsorge bezeichnet.
  3. Antwortkategorien:

    Ja

    Nein

    Keine Angabe

    Weiß nicht


    1. Empfehlungen: Davon ausgehend, dass der Arzt/die Ärztin möglicherweise beim Beratungsgespräch zum Früherkennungsprogramm auch über die Vorsorgeuntersuchungsmethode Darmspiegelung informiert, die ja implizit in den „Möglichkeiten der Früherkennung“ bei dieser ersten Frage der Reihe von Fragen zum Thema Darmkrebs ab 50 Jahren enthalten ist, wird bei der Beantwortung vom Befragten erwartet, dass er sich rückblickend genau erinnert, zu welchem Zeitpunkt welche Beratung erfolgte. Dies könnte vor allem in höherem Alter und eventuell auch bei mehrfach erfolgten Darmspiegelungen schwierig und somit fehleranfällig sein.

      Um die Befragten besser auf das Gesamtbild der Früherkennung einzustimmen, und damit eine differenzierte Wahrnehmung der zwei Arten von Beratungen (mit Frage 19) zu erreichen, sollte die Frage etwas umformuliert werden, wie z.B.:

      Frage:
      „Erwachsene haben im Zuge des Früherkennungsprogramms Anspruch auf eine Reihe von Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung, unter anderem auch zur Früherkennung von Darmkrebs.

      Hat Sie eine Ärztin oder ein Arzt schon einmal allgemein über Darmkrebs und die bestehenden Möglichkeiten der Früherkennung in einem ärztlichen Beratungsgespräch aufgeklärt? Wie z.B. zur Stuhluntersuchung oder Bluttest?“

      Antwortoptionen:
      Belassen.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: General Probing, Specific Probing.
  2. Befund zur Frage: Diese Frage wurde sieben Testpersonen ab einem Alter von 50 Jahren gestellt. Eine Testperson bejahte („Das ist ein Thema, das man am liebsten verdrängen würde, wenn man das Wort Krebs hört.“, TP 06), alle anderen Testpersonen (TP 04, 05, 09, 10, 11, 12) verneinten die Antwort auf die Frage, ob ein Arzt oder Ärztin sie schon über Darmkrebs und die existierenden Möglichkeiten der Früherkennung beraten hätte, wobei eine weitere Testperson zunächst an dieser Stelle Bezug zu einer im Vorjahr durchgeführten Darmspiegelung nahm und mit „Ja“ antwortete. Die Nachfrage durch den Testleiter ergab jedoch, dass zu diesem Zeitpunkt keine Beratung erfolgt sein soll:
    • TP 11: „Ich hatte letztes Jahr eine Untersuchung des Darms, also nicht dieses Jahr, sondern 2016.“
    • TL: „Dabei handelte es sich um eine Untersuchung?“
    • TP: „Ja, diese Darmspiegelung.“
    • TL: „Wurden Sie vor der Untersuchung über Möglichkeiten der Früherkennung beraten?“
    • TP: „Nein.“
    Bei den anderen Testpersonen gibt es diejenigen, die „lange nicht mehr beim Arzt waren“ (TP 04, TP 12) und sich trotz ärztlichem Rat nicht damit auseinandersetzen wollen. So führt Testperson 12 aus: „Ich bin da selber schuld, weil ich nicht zum Arzt gehe. Der Arzt hätte mir das schon vorgeschlagen, wenn ich da mal in die Sprechstunde gegangen wäre, aber ich hole ja immer nur das Rezept und geh dann wieder. Vor Jahren hatte ich mal Blut im Stuhl und das war vor Jahren, dass man mir mal den Vorschlag gemacht hat, den Darm zu untersuchen. Und da habe ich gesagt, das ist Blut von Hämorriden und da ich ja noch lebe, das war es auch wirklich.“ Eine weitere Testperson (TP 10) ist noch nicht von einem Arzt daraufhin angesprochen worden, und eine andere Testperson (TP 09) erwähnt das Kuvert für die Stuhluntersuchung, das ebenfalls ohne Beratung „automatisch“ beim Frauenarzt überreicht wird.
  1. Thema der Frage: Gesundheit
  2. Konstrukt: Beratung zu Darmkrebsfrüherkennungsuntersuchungen