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Projektname: Kommunikation und Information im Gesundheitswesen aus Sicht der Bevölkerung - Patientensicherheit und informierte Entscheidung (KomPaS)

  1. Fragetext: Was war Ihr letzter ärztlicher Kontakt im Gesundheitswesen? War das …
  2. Antwortkategorien:

    bei einem Hausarzt oder einer Hausärztin,

    bei einem Facharzt oder einer Fachärztin,

    in einem Krankenhaus oder einer Klinik,

    in einer Rehaklinik?


    1. Empfehlungen: Frage:
      Einige Befragten hatten Probleme, den Begriff „Gesundheitswesen“ zu definieren. Allerdings ist dieser Begriff nicht zentral für eine korrekte Beantwortung der Frage, daher kann der Fragetext belassen werden oder der Textteil „im Gesundheitswesen“ komplett gestrichen werden.

      „Was war Ihr letzter ärztlicher Kontakt? War das…?“

      Antwortoptionen:
      Wir empfehlen bei dieser Frage eine Anweisung für die Interviewer zu geben, wie Nennungen, die nicht genau den Antwortkategorien entsprechen (wie beispielsweise die Nennung von spezifischen Fachärzten), zu klassifizieren sind. Darüber hinaus sollte eine Richtlinie definiert werden, welche Antwort eingetragen werden soll, wenn, wie bei Testperson 05, zwei ärztliche Besuche als gleichwertig bezeichnet werden und als Folge keine Entscheidung für eine Kategorie getroffen wird.

      Zusätzlich sollte eine „Sonstige“-Kategorie mit offener Nachfrage ergänzt werden, um fehlende Antwortkategorien abzudecken.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: Category Selection Probing, Specific Probing, Comprehension Probing.
  2. Befund zur Frage: Diese Frage wurde allen Testpersonen gestellt. Sieben Testpersonen (TP 02, 04, 05, 06, 07, 08, 10) gaben an, ihr letzter ärztlicher Kontakt im Gesundheitswesen sei bei einem Facharzt oder einer Fachärztin gewesen, wohingegen vier Testpersonen (TP 01, 09, 11, 12) zuletzt bei einem Hausarzt oder einer Hausärztin gewesen sind. Keine Testperson gab als letzten Kontakt ein Krankenhaus, eine Klinik oder eine Rehaklinik an.

    Testperson 03, deren letzter ärztlicher Kontakt bei einem Zahnarzt war, konnte sich in keine der genannten Antwortkategorien einordnen („Keine Angabe“). Die Testperson gibt an, dass sie den Zahnarzt „extra aufnehmen“ würde. Auf die Probing-Frage hin, ob es neben den genannten ärztlichen Kontakten noch weitere gibt, an die die Testperson gedacht hat, erwiderte dieser Befragte neben dem Zahnarzt noch alternative Mediziner. Auf ähnliche Weise nannte die Testperson 09 Osteopathen und Heilpraktiker. Eine Testperson (TP 05) fasst zudem Physiotherapie als ärztlichen Kontakt im Gesundheitswesen auf.

    Auch Testperson 05 hatte Probleme, sich für eine Antwortkategorie zu entscheiden: Sie wollte sowohl Haus- als auch Facharzt auswählen, denn für sie hängen Facharztbesuche immer mit einem Hausarzt- Besuch zusammen, weil der Hausarzt die Überweisung zum Facharzt ausstellt, denn „wenn das der Hausarzt macht, dann kriege ich einen Termin. Wenn ich dort [Facharzt] direkt hingehe, kriege ich keinen Termin oder einen Ewigkeitstermin“. Faktisch war die Testperson zuletzt beim Augenarzt, aber „könnte genauso gut den Hausarzt sagen“. Diese Testperson gab dementsprechend an, es sei ihr „eher schwer“ gefallen, genau eine Antwortkategorie auszuwählen. Den restlichen Testpersonen ist dies „sehr leicht“ (9 TPs) oder „eher leicht“ (1 TP) gefallen. Testperson 03 wurde diese Probing-Frage nicht gestellt, da sie sich bei Frage 4 gar nicht auf den gegebenen Antwortkategorien verorten konnte.

    Um zu überprüfen, ob sich alle Testpersonen korrekt eingeordnet haben, wurden sie gebeten, den letzten ärztlichen Kontakt näher zu beschreiben. Die Testpersonen, die die Antwortkategorie „Facharzt“ gewählt hatten nannten zweimal einen Orthopäden als letzten ärztlichen Kontakt, und jeweils einmal einen Urologen, Augenarzt, Zahnarzt und Gynäkologe. Eine der Testpersonen (TP 08) wollte dazu nicht näher Auskunft geben, bei dieser Testperson kann also nicht abschließend geklärt werden, ob sie die korrekte Antwortkategorie gewählt hat.

    Zudem wurden die Testpersonen auch gefragt, was sie unter dem Begriff „Gesundheitswesen“ verstehen.

    Zwei Testpersonen fällt es schwer, den Begriff zu definieren, da der Begriff sehr „allumfassend, allgemein“ (TP 10) oder sie „da wirklich keine Ahnung“ haben (TP 01).

    Vier Testpersonen (TP 01, 05, 07, 10) weisen auf die Rolle der Politik bzw. die Reformbedürftigkeit in diesem Bereich hin:
    • „Hat das nicht irgendwas mit der Politik zu tun?“ (TP 01)
    • „Das ist die Fürsorge, des Staates für seine Bürger, damit sie gesund bleiben.“ (TP 05)
    • „Das gibt es ja seit Jahren, dass da auch reformiert wird. […] was Krankenkassen angeht und Patienten, das wird ja immer wieder diskutiert, auch die Politik spielt da ja eine große Rolle.“ (TP 10)
    • „Das komplette System der Gesundheit in Deutschland, wie das aufgebaut ist. Die privaten und gesetzlichen Krankenkassen spielen auch mit rein. Das ist verbesserungswürdig das deutsche Gesundheitswesen, aber allgemein.“ (TP 07)
    Ein Großteil der Testpersonen (TP 01, 02, 03, 04, 06, 07, 08, 09, 12) nennt in ihrer Definition verschiedenste Personen und Einrichtungen, die für sie das Gesundheitswesen ausmachen (Gesundheitsministerium, Ärztekammer, Pharmaunternehmen, Krankenkassen, Krankenhäuser, Ärzte, Fachärzte, Osteopathen, Heilpraktiker, Psychiater, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Rettungsdienst, Apotheken). Etwas abstrakter definierte Testperson 03 das Gesundheitswesen als „alle Einrichtungen […], die sich um die Gesunderhaltung oder den Gesundheitszustand der Menschen Sorgen machen“, während die Testperson 12 Maßnahmen nennt, welche „die seelische und körperliche Gesundheit angehen“. Diese Testperson betont auch die Eigenverantwortung der Individuen, „dass man selbst für seinen Körper verantwortlich ist“.

    Testperson 08 differenziert zwischen dem Gesundheitswesen, das „den aktiveren Kontakt der Menschen zu Ärzten, Krankenkassen“ umfasst, und dem Gesundheitssystem, dem „administrativen Bereich“.

    Eine Testperson (TP 11) hatte diese Probing-Frage missverstanden, jedoch waren bei ihr keine Probleme beim Beantworten der eigentlichen Frage zu erkennen.
  1. Thema der Frage: Gesundheit
  2. Konstrukt: Art des letzten ärztlichen Kontaktes