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Projektname: Erwerbstätigenbefragung 2016

  1. Fragetext: In welchem Maße war dies der Fall? Waren das sehr große, weniger große oder nur kleinere Abstriche?
  2. Antwortkategorien:

    Sehr große Abstriche

    Weniger große Abstriche

    Nur kleine Abstriche

    Keine Angabe


    1. Empfehlungen: Frage:
      Die Frage ist insofern problematisch, dass sich die Testpersonen nicht nur auf ihre berufliche Karriere festlegen lassen wollten. Daher wäre es ratsam, Frage 19 zu verändern und zusätzlich zu fragen, ob es sich um Abstriche im privaten oder im beruflichen Bereich gehandelt hat:

      Frage 19 – Haben Sie aufgrund ihrer Kinder Abstriche gemacht, um Beruf und Familie zu vereinbaren?
      Frage 19a – Waren dies eher Abstriche im beruflichen oder im privaten Bereich oder in beiden Bereichen gleichermaßen?
      Antwortoptionen zu Frage 19a: Im beruflichen Bereich, im privaten Bereich oder in beiden Bereichen


      In der ursprünglichen Formulierung von Frage 19 könnte problematisch sein, dass „Abstriche bei der eigenen beruflichen Karriere machen müssen“ zwei implizite Annahmen macht:

      1. Berufliche Karriere ungleich Berufstätigkeit: nicht jede/r will Karriere machen (falsche Annahme)
      Daher muss klar hervorgehoben werden, dass es nicht ausschließlich um beruflichen Aufstieg und die Vereinbarkeit mit (eigenen) Kindern geht, sondern allgemein um die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf.
      2. Abstriche machen MÜSSEN zielt darauf ab, dass beruflich manches (bspw. ein Job mit viel Reisetätigkeit) nicht oder nur schwer möglich war, weil Kinder ein Hindernis darstellen. Durch die Verwendung des Begriffs „Müssen“ liegt dem Item die Annahme zugrunde, dass die Befragten diesen Abstrichen „zwangsweise unterliegen“. Die Testpersonen wiesen aber darauf hin, dass sie Kinder wollten und Zeit mit ihnen verbringen durften und dementsprechend Abstriche in Kauf nehmen.

      Wer bei Frage 19a angibt, dass es sich um Abstriche im beruflichen Bereich oder in beiden Bereichen gleichermaßen gehandelt hat, erhält Frage 20.

      Antwortoptionen:
      Belassen.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: Comprehension Probing, Category Selection Probing.
  2. Befund zur Frage: Die Frage wurde denjenigen Testpersonen gestellt, die Kinder haben (Frage 18) und angeben, aufgrund ihrer Kinder Abstriche bei der eigenen beruflichen Karriere gemacht zu haben (Frage 19). Zwei Testpersonen gaben an, dass dies weniger große Abstriche waren, wobei Testperson 10 eine zusätzliche Kategorie „mittlere Abstriche“ benötigen würde: „Ich find es ein bisschen schwierig zu beantworten. Also es sind mittlere Abstriche, weil ich weniger arbeite. Und wenn man weiter denkt in die Zukunft, wird es natürlich dann von der Rente her fehlen. […] Ich kann mich auch nicht so weiterbilden, wie mein Mann. Andererseits finde ich es schön, ein Kind zu haben. Für mich sind es eigentlich keine Abstriche. […] Im beruflichen Sinne musste ich Abstriche machen.“ (TP 10)“.

    Eine Testperson gab an, dass es nur kleine Abstriche gewesen sind und zwar „nur im Hinblick auf das zeitliche Arrangement (TP 09)“. Sie versteht Abstriche „in dem Sinne, dass […] während ich die Kinder in den Kindergarten gebracht habe, die Zeit nicht in den Betreib stecken konnte, aber das ist sogar ein Vorteil und kein Nachteil. […] Mich stört das „musste“ [aus Frage 19], ich WOLLTE und DURFTE.“ (TP 09). Testperson 09 und 10 beziehen die Frage (und auch Frage 19) nicht nur auf ihre berufliche Karriere, da sie auch Aspekte aus ihrem Privatleben mit berücksichtigten. Auf Nachfrage gaben alle Testpersonen an, dass sie unter „beruflicher Karriere“ sich „hocharbeiten, […] um eine gute Position zu kriegen und viel Geld zu verdienen“ (TP 10) bzw. „einfach die Leiter ein Stückchen höher steigen“ (TP 14) verstehen. Auch Testperson 09 sah es als den „beruflichen Werdegang“ an.
  1. Thema der Frage: Arbeit & Beruf
  2. Konstrukt: Vereinbarkeit von Familie und Beruf