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Projektname: Erwerbstätigenbefragung 2016

  1. Allgemeine Informationen: In der eigentlichen Befragung wird es den Befragten möglich sein zwei Angaben zu machen, da die Frage durch den Zusatz „in zweiter Linie“ ergänzt wird und folgendermaßen lauten soll: „Wodurch haben Sie die Kenntnisse und Fertigkeiten, die Sie als -Tätigkeit einblenden- benötigen, in erster Linie erworben und wodurch in zweiter Linie?“
  2. Fragetext: Wodurch haben Sie die Kenntnisse und Fertigkeiten, die Sie als [Tätigkeit aus F1] benötigen, in erster Linie erworben? In erster Linie…
  3. Instruktionen: INT: Vorgaben vorlesen!
  4. Antwortkategorien:

    durch Ausbildung/Studium

    durch Weiterbildung

    durch Berufserfahrung

    durch Umschulung

    durch Einweisung am Arbeitsplatz

    durch Selbstlernen

    oder anderweitig?

    Kann ich nicht sagen

    Keine Angabe


    1. Empfehlungen: Frage:
      Generell empfehlen wir, bei dieser Frage die Befragten durch einen Hinweis darauf vorzubereiten, dass sie im Folgenden gebeten werden, anzugeben, wodurch Sie in erster und in zweiter Linie ihre Kenntnisse und Fertigkeiten erworben haben, um die Befragten bereits im Vorfeld auf diese Aufgabe einzustellen.
      „Wodurch haben Sie die Kenntnisse und Fertigkeiten, die Sie als benötigen, in erster Linie erworben und wodurch in zweiter Linie? Ich werde Ihnen dazu zwei Fragen stellen. Wodurch haben Sie die Kenntnisse und Fertigkeiten in erster Linie erworben? Durch… [Antwortoptionen vorlesen]?
      Und wodurch in zweiter Linie? [Antwortkategorien vorlesen]?

      Antwortoptionen:
      Wir würden empfehlen, einige Antwortoptionen zu verdeutlichen:
      durch berufliche Ausbildung/Studium
      durch Weiterbildung,
      durch Berufserfahrung
      durch Umschulung
      durch Einarbeitung am Arbeitsplatz durch Kollegen oder Vorgesetzte
      durch Selbstlernen am Arbeitsplatz
      oder anderweitig?

      In der Frage wird explizit gefragt, wodurch die Befragten die Kenntnisse und Fertigkeiten erworben haben, die Sie in ihrer derzeitigen Tätigkeit benötigen. Dies erklärt, warum die Ausbildung bzw. das Studium nicht unbedingt den obersten Stellenwert einnehmen. Von vielen Befragten wird die Ausbildung bzw. das Studium als generelle Grundlage für die Tätigkeit wahrgenommen, die aber ohne weitere Einweisungen, Erfahrungen, Fortbildungen etc. nicht ausgeübt werden könnte. Eine weitere Erklärung liegt darin begründet, dass einige Befragte nicht mehr in der Berufssparte tätig sind, für die sie sich durch die Ausbildung oder das Studium ursprünglich mal qualifiziert hatten.

      Wenn die Bedeutung der Ausbildung bzw. des Studiums von zentralem Erkenntnisinteresse in der Befragung ist, könnte für diejenigen, die eine Ausbildung gemacht haben, noch eine zusätzliche Frage gestellt werden, durch die die Bedeutung der Ausbildung bzw. des Studiums herausgestellt werden kann, ähnlich wie die Nachfrage im kognitiven Interview:

      Welchen Stellenwert hatte ihre Ausbildung bzw. ihr Studium beim Erwerb der Kenntnisse und Fertigkeiten, die Sie als -Tätigkeit aus F1- benötigen?

      mit den Antwortoptionen: Einen sehr hohen, einen hohen, einen geringen oder keinen Stellenwert

      Dadurch kann diese Frage auch weiterhin an alle Befragten gerichtet werden.
      Alternativ könnte auch darüber nachgedacht werden, eine Priorisierung von drei anstelle von zwei Bildungsorten anzubieten.
  1. Eingesetzte kognitive Technik/en: General Probing, Specific Probing.
  2. Befund zur Frage: Die Frage „Wodurch haben Sie die Kenntnisse und Fertigkeiten, die Sie als -Tätigkeit aus F1- benötigen, in erster Linie erworben?“ wurde allen 15 Testpersonen gestellt.

    Primäres Ziel des kognitiven Pretests war es herauszufinden, was die Personen unter der Antwortoption „Ausbildung/Studium“ verstehen und aus welchen Gründen diese evtl. nicht als wichtigstes Merkmal zum Erwerb der Kenntnisse und Fähigkeiten angesehen wird.

    Daher wurden diejenigen, welche die Antwortoption „Ausbildung/Studium“ nicht gewählt hatten, gefragt, welchen Stellenwert ihre Ausbildung bzw. ihr Studium hatte. Auf diese Nachfrage gaben zehn Testpersonen (TP 01, 02, 05, 06, 07, 09, 11, 13, 15) an, dass ihr Studium grundlegend gewesen sei für ihre derzeitige Tätigkeit:
    • „Grundlegend.“ (TP 01)
    • „Das Studium ist grundlegend. Aber wenn ich nur mein Studium beendet hätte, dann könnte ich meine jetzige Tätigkeit nicht durchführen. Das zeigt ja schon, dass Erfahrung eine wichtige Rolle spielt, aber ohne Studium könnte ich die Tätigkeit nicht ausführen. Also beides sind notwendige Voraussetzungen. Selbstlernen ist auch ein wichtiger Aspekt, beim Studium und bei der Erfahrung.“ (TP 02)
    • „In der Ausbildung habe ich das Große und Ganze gelernt, Soziologie, Pädagogik, Psychologie, sowas. Didaktik und solche Dinge.“ (TP 05)
    • „Es war sehr wichtig. Hohe Priorität, weil ohne Ausbildung sieht es schlecht aus im Berufsleben“. (TP 14)
    • „Bei der Ausbildung lernt man die fachlichen Kenntnisse, was man später als Grundlage braucht, um den Beruf ausüben zu können.“ (TP 15)
    Die übrigen fünf Testpersonen (TP 03, 04, 08, 10, 12) geben an, dass ihr Studium bzw. ihre Ausbildung keinen großen Stellenwert beim Erwerb der für ihre derzeitige Tätigkeit benötigten Kenntnisse und Fertigleiten hatte:
    • „Gar keinen [Stellenwert], weil ich hab Gipser und Stuckateur gelernt“. (TP 04)
    • „Das Studium war sehr theorielastig und hat mir für die Praxis gar nichts gebracht. Ich hab viel Praktika und so weiter nebenbei gemacht. Und hatte dadurch einen Einstieg in den Beruf. Ich finde für mich persönlich, dass ich am meisten Erfahrung durch das Arbeiten dort gemacht habe. Also Studium war einfach nur dazu da um den Abschluss zu haben. Aber das was ich mache, beruht auf Berufserfahrung.“ (TP 10)
    • „Gar keinen Stellenwert. Ich habe Justizangestellte gelernt, und das war wirklich anders.“ (TP 12)
    Während sich die Testpersonen im kognitiven Interview auf einen Ort des Wissenserwerbs festlegen sollten, wird es den Befragten in der eigentlichen Befragung möglich sein bei dieser Frage insgesamt zwei Angaben zu machen, da die Frage durch den Zusatz „in zweiter Linie“ ergänzt wird und folgendermaßen lauten soll: „Wodurch haben Sie die Kenntnisse und Fertigkeiten, die Sie als -Tätigkeit einblenden- benötigen, in erster Linie erworben und wodurch in zweiter Linie?“

    Zwar war es zehn Befragten im kognitiven Interview möglich, sich für eine der Antwortoptionen zu entscheiden, jedoch gaben fünf Befragte an, dass mehrere Aspekte von Wichtigkeit waren, um ihre derzeitige Tätigkeit ausüben zu können und sie dementsprechend mehrere Antwortmöglichkeiten auswählten:
    • „Da sind, glaube ich, mehrere Antworten möglich. […] Da sind mehrere Punkte, die mich qualifiziert haben.“ (TP 01)
    • „Da gibt es mindestens drei Aspekte, die sehr wichtig sind und es ist ganz schwer zwischen diesen drei eine Gewichtung vorzunehmen.“ (TP 02)
    • „Ich brauch alles. Ich brauch das Studium, die Einweisung, die betriebliche Erfahrung und ich brauch das Selbstaneignen. […]. Das ist schwierig.“ (TP 11)
    Den meisten Testpersonen war es aber möglich, auf Nachfrage anzugeben, welcher Aspekt für sie die höchste Relevanz hat:
    • „Das erste war durch Berufserfahrung, weil ich schon sieben oder acht Jahre im Lager arbeite.“ (TP 04; Antwort: Berufserfahrung am wichtigsten)
    • „Das sind eigentlich alles Voraussetzungen. […] Aber dann Ausbildung, als das Grundlegendste, damit man darauf aufbauen kann.“ (TP 07; Antwort: Ausbildung/Studium am wichtigsten)
    • „Ich hab damals angefangen und hatte keine Ahnung von nichts, dann hat mir die damalige Teamleitung alles gezeigt.“ (TP 13; Antwort: Einweisung am Arbeitsplatz am wichtigsten)
    • „Bei der Ausbildung lernt man die fachlichen Kenntnisse, was man später als Grundlage braucht, um den Beruf ausüben zu können.“ (TP 15; Antwort: Ausbildung/Studium am wichtigsten)
    Für Testperson 06 sind alle drei gewählten Möglichkeiten gleich wichtig, weshalb sie keine Gewichtung vornehmen kann. Testperson 02 macht bei dieser Frage „keine Angabe“, da er sich ebenfalls nicht für eine bzw. zwei ihrer drei genannten Orte entscheiden kann: „Hauptsächlich? Das ist ganz schwer zu beantworten. Also da gibt es mindestens drei Aspekte, die sehr wichtig sind und es ist ganz schwer zwischen diesen 3 eine Gewichtung vorzunehmen. Ganz wichtig ist das Studium, die Erfahrung und Selbstlernen. Alles drei ist sehr wichtig. […] Ich verstehe die Beschränkung auf ein oder zwei Antworten nicht“. Testperson 02 wünscht sich an dieser Stelle eine Mehrfachauswahl.

    Die Antwortoption „anderweitig“ wurde nicht gewählt und erscheint mit dem Fokus darauf, wodurch die für die aktuelle Tätigkeit notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten „in erster Linie“ erworben wurden, nicht notwendig, da die geschlossenen Antwortoptionen dies vollständig abzudecken scheinen.
  1. Thema der Frage: Arbeit & Beruf
  2. Konstrukt: Ort Wissenserwerb